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Kurz gesagt: Ja, Solaranlagen bleiben in Luxemburg im Jahr 2026 rentabel, vor allem dank des Klimabonus, der einen Großteil der Anlage finanziert (ca. 5.742 € für 6 kWp). In unserer Fallstudie mit 15 Modulen liegt der Eigenanteil bei ca. 3.260 € und die Amortisationszeit bei rund 7 bis 10 Jahren, abhängig von Ihrem Strompreis – bei Solarmodulen, die 25 Jahre und länger halten.
Die Rentabilität lässt sich nicht erraten: Sie muss berechnet werden. Dieser Leitfaden liefert Ihnen die vollständige Methode, die anzuwendenden Formeln und ein konkretes Rechenbeispiel. Anschließend können Sie die Berechnung mit Ihren eigenen Stromrechnungen durchführen.
Inhaltsübersicht
Was sich bei der Rentabilität im Jahr 2026 geändert hat
Das Solarpotenzial in Luxemburg
Die 6 Faktoren, die über die Rentabilität entscheiden
Die Berechnungsformeln Schritt für Schritt
Fallstudie: 15 Solarmodule für 5.000 bis 6.000 kWh pro Jahr
Wie Sie Ihre Rentabilität steigern können
Eigenverbrauch oder Einspeisetarif: Die Auswirkungen auf die Berechnung
Häufige Berechnungsfehler, die Sie vermeiden sollten
Was hat sich bei der Rentabilität im Jahr 2026 geändert?
Lange Zeit basierte die Rentabilität einer Solaranlage in Luxemburg auf der Volleinspeisung des gesamten erzeugten Stroms ins Netz zu einem garantierten Einspeisetarif. Dieses Modell ist nicht mehr das einzige.
Seit 2026 fördert der Klimabonus Anlagen im Eigenverbrauch: Sie verbrauchen Ihren Solarstrom direkt selbst und verkaufen den Überschuss zum Marktpreis. Im Gegenzug verzichten Sie auf den garantierten Einspeisetarif (0,1333 €/kWh für eine Anlage bis maximal 10 kWp mit Inbetriebnahme im Jahr 2026). Diese Regelung wurde durch das Gesetz „Klimabonus Wunnen“ bestätigt, das am 15. Juli 2026 verabschiedet wurde, rückwirkend zum 1. Januar 2026 gilt und bis Ende 2030 in Kraft ist.
Das verändert die Logik der Berechnung grundlegend:
Der Investitionszuschuss ist deutlich höher, was den Eigenanteil drastisch senkt;
Der Wert jeder selbst verbrauchten Kilowattstunde entspricht dem Preis, den Sie sonst an Ihren Stromversorger gezahlt hätten;
Der Überschuss bringt weniger ein, da er zum aktuellen Marktpreis verkauft wird.
Fazit: Die Rentabilität hängt nun vor allem von dem Anteil des erzeugten Stroms ab, den Sie selbst verbrauchen.
Gibt es in Luxemburg genug Sonne für Photovoltaik?
Ja. Die globale horizontale Einstrahlung in Luxemburg liegt in einer Größenordnung von 1.000 bis 1.100 kWh/m² pro Jahr. Die Sonneneinstrahlung ist über das gesamte Landesgebiet recht homogen verteilt.
In der Praxis erzeugt ein gut ausgerichtetes kWp etwa 850 bis 1.000 kWh pro Jahr. Die Paneele produzieren auch bei bedecktem Himmel Strom, da sie Licht und nicht Wärme nutzen. Im Winter fällt die Stromproduktion naturgemäß geringer aus.

Welche Faktoren bestimmen die Rentabilität Ihrer Solaranlage?
Sechs Einflussgrößen bestimmen das Ergebnis. Erfassen Sie diese Werte, bevor Sie mit der Berechnung beginnen.
1. Die Installationskosten
Dies ist Ihre Anfangsinvestition. Sie umfasst die Solarmodule, den Wechselrichter, das Montagesystem, die Installation, den Netzanschluss sowie die administrativen Schritte. Als Richtwert können Sie mit 1.300 bis 2.000 € pro kWp rechnen.
Bei Wohngebäuden wird Photovoltaik direkt mit 3 % Mehrwertsteuer abgerechnet, ohne dass ein gesonderter Antrag gestellt werden muss (guichet.lu). Rechnen Sie daher mit Endpreisen inklusive 3 % MwSt. Eine detaillierte Übersicht finden Sie in unserem Artikel über die Kosten einer Photovoltaikanlage in Luxemburg.
2. Die staatlichen Förderungen
Der Klimabonus für Photovoltaik berechnet sich wie folgt: P × (1.155 − 1.155/35 × P) €, wobei P die Leistung in kWp ist. Er ist ab 15 kWp auf 10.000 € gedeckelt, bei einer Mindestleistung von 2 kWp.
Leistung | Klimabonus PV 2026 |
|---|---|
3 kWp | ca. 3.168 € |
6 kWp | ca. 5.742 € |
10 kWp | ca. 8.250 € |
15 kWp und mehr | 10.000 € (Höchstbetrag) |
Die Fördermittel für Batteriespeicher (bis zu 2.250 €) und das Energiemanagementsystem (500 € für Rechnungen ab dem 1. Oktober 2026) kommen noch hinzu. Die Zuschüsse beziehen sich auf getrennte Komponenten und können kombiniert werden; jede Installation erhält jeweils eine Förderung. Alle Beträge sind auf unserer Seite zu den Energieprämien und dem Klimabonus 2026-2027 aufgeführt.
3. Der tatsächliche Ertrag
Der Ertrag hängt von folgenden Faktoren ab:
Ausrichtung: Reine Südausrichtung ist optimal; Ost- und Westausrichtungen sind ebenfalls lohnend; reine Nordausrichtungen sollten vermieden werden;
Neigungswinkel: Rund 30° gelten als optimal. Ein ungünstigerer Neigungswinkel verringert den Ertrag um etwa 10 bis 20 %. Eine vertikale Fassadenmontage kann die Produktion um bis zu 55 % mindern;
Verschattung: Ein Schornstein oder ein Baum kann die Leistung eines ganzen Modulstrangs beeinträchtigen;
Qualität der Komponenten und deren Alterung. Lesen Sie hierzu unseren Artikel über Wirkungsgrad und Lebensdauer von Solarmodulen.
4. Ihr Stromverbrauch und Eigenverbrauchsanteil
Der Eigenverbrauchsanteil gibt an, wie viel Prozent des selbst erzeugten Stroms Sie direkt im Haushalt nutzen. Ohne Stromspeicher liegt er in der Regel zwischen 25 und 40 %. Er steigt, wenn energieintensive Geräte tagsüber betrieben werden: Waschmaschine mit Zeitschaltuhr, Wärmepumpe oder das Laden eines Elektroautos.
Um Ihren Verbrauch einzuschätzen, werfen Sie einen Blick auf Ihre Stromrechnungen. Alternativ bieten folgende Richtwerte aus unseren Studien eine gute Orientierung:
Bereich | Richtwert für den Jahresverbrauch |
|---|---|
Haushaltsgeräte einer Familie | ca. 1.100 kWh pro Jahr |
Elektrische Warmwasserbereitung | ca. 500 kWh pro Person und Jahr |
Elektroauto | ca. 2.500 kWh pro Jahr |
5. Der Strompreis
Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart Ihnen die vollen Bezugskosten pro kWh: Strompreis, Netznutzungsentgelte und Abgaben. Übernehmen Sie diesen Gesamtpreis von Ihrer letzten Abrechnung. Je höher dieser Preis ist, desto rentabler ist der Eigenverbrauch.
Beachten Sie Stromrechnungen von Ende 2026: Die Tripartite-Vereinbarung „Resilienzpak 2026“ vom 8. Juni 2026 senkt den Strompreis um 4 Cent/kWh brutto vom 1. August bis zum 31. Dezember 2026 für Haushalte mit einem Jahresverbrauch von unter 25.000 kWh. Diese Maßnahme ist befristet – rechnen Sie daher für eine Betrachtung über 20 bis 25 Jahre nicht dauerhaft mit diesem Nachlass. Die Subventionierung der Netzkosten und die Übernahme der Ausgleichszulage durch den Staat bleiben hingegen von 2026 bis 2028 bestehen.
6. Betriebskosten über die gesamte Lebensdauer
Planen Sie den Austausch des Wechselrichters ein – in der Regel einmal während der Lebensdauer der Solarmodule – sowie eine regelmäßige Überprüfung oder Reinigung. Berücksichtigen Sie auch die altersbedingte, schrittweise Degradation der Solarmodule über die Jahre.
Wie berechnet man die Rentabilität von Solarmodulen?
Nachfolgend finden Sie die relevanten Berechnungsformeln. Sie können diese direkt mit Ihren eigenen Zahlen ausfüllen.

Schritt 1: Die Anlagenleistung
Leistung (kWp) = Anzahl der Module × Leistung eines Moduls (Wp) ÷ 1.000
Wenn Sie von der verfügbaren Dachfläche ausgehen: Anzahl der Module = nutzbare Fläche ÷ Fläche eines Moduls (ca. 1,9 m² für ein 400-Wp-Modul).
Schritt 2: Der Jahresertrag
Jahresertrag (kWh/Jahr) = Leistung (kWp) × spezifischer Ertrag (kWh pro kWp und Jahr)
Der spezifische Ertrag hängt von Ihrem Dach ab. Ihr Fachbetrieb berechnet diesen im Rahmen der Vorstudie.
Schritt 3: Die Ersparnis bei der Stromrechnung
Eigenverbrauchter Strom = Jahresertrag × Eigenverbrauchsquote
Jährliche Ersparnis = Eigenverbrauchter Strom × bezogener kWh-Preis
Schritt 4: Die Einspeiseerlöse für den Überschuss
Überschuss = Jahresertrag − Eigenverbrauchter Strom
Einspeisevergütung = Überschuss × Verkaufspreis am Strommarkt
Schritt 5: Der jährliche Gesamtvorteil
Jährlicher Vorteil = Jährliche Ersparnis + Erlös aus Überschusseinspeisung
Schritt 6: Die Nettoinvestition
Nettoinvestition = Bruttopreis (3 % MwSt.) − Klimabonus PV − evtl. Förderungen für Batteriespeicher & Energiemanagement
Dank der Vorfinanzierung müssen Sie die Förderung nicht vorstrecken: Ein im Register der Vermittler („demandeurs intermédiaires“) eingetragenes Fachunternehmen zieht den Betrag direkt von Ihrer Rechnung ab, wobei die Anzahlung auf höchstens 30 % inkl. MwSt. begrenzt ist. Eco Habitat Lux ist in diesem Register eingetragen. Aktuell gilt dies für Photovoltaik und gleichzeitig installierte Stromspeicher; ab dem 1. Januar 2027 (für Rechnungen ab diesem Datum) ist das System fest in den Klimabonus integriert. Dies ist eine Option – der klassische Antrag nach Abschluss der Arbeiten bleibt weiterhin möglich.
Zur Finanzierung der verbleibenden Restsumme bietet das Klimaprêt ein Darlehen von bis zu 100.000 € über maximal 15 Jahre mit einer Zinsvergütung von 1,5 % (maximal 10 % des Kapitals).
Schritt 7: Die Amortisationszeit
Amortisationszeit (Jahre) = Nettoinvestition ÷ Jährlicher Vorteil
Schritt 8: Der Gesamtgewinn über die Lebensdauer
Gesamtgewinn = Jährlicher Vorteil × Nutzungsdauer − Nettoinvestition − zukünftige Kosten (Wechselrichter, Wartung)
Diese Kennzahl ist das eigentliche Maß für die Rentabilität. Eine Amortisationszeit von 8 Jahren bei einer Nutzungsdauer von 25 Jahren bedeutet 17 Jahre reine Ersparnis.
Fallstudie: 15 Solarmodule für 5.000 bis 6.000 kWh pro Jahr
Nehmen wir einen Haushalt, der ca. 3.500 kWh pro Jahr verbraucht und 15 Module mit je 400 Wp installiert.
Die Ausgangsdaten
Parameter | Wert im Rechenbeispiel |
|---|---|
Anlagenleistung | 15 × 400 Wp = 6 kWp |
Jährlicher Ertrag | 5.000 bis 6.000 kWh (berechnet mit 5.500 kWh) |
Richtpreis der Anlage | ca. 9.000 € brutto (3 % MwSt.) |
Klimabonus PV | ca. 5.742 € |
Nettoinvestition | ca. 3.258 € |
Eigenverbrauchsquote (ohne Speicher) | 30 % |
Eigenverbrauchter Strom | 5.500 × 30 % = 1.650 kWh |
Eingespeister Überschuss | 5.500 − 1.650 = 3.850 kWh |
Der Preis von 9.000 € ist ein Richtwert aus einem früheren Angebot: Ihr tatsächlicher Kostenvoranschlag kann variieren.
Die Amortisationszeit je nach Ihrem Strompreis
Wir legen keinen behördlich festgelegten Tarif zugrunde: Setzen Sie stattdessen den tatsächlichen kWh-Gesamtpreis Ihrer Stromabrechnung ein (ohne die temporäre Senkung um 4 Cent von Ende 2026). Hierbei handelt es sich um Beispielszenarien. Aus Gründen der Vorsicht wird die Einspeisevergütung hier nicht berücksichtigt.
Bezugsstrompreis (Szenario) | Jährliche Ersparnis (1.650 kWh) | Amortisation von 3.258 € |
|---|---|---|
0,20 € | 330 € | ca. 9,9 Jahre |
0,25 € | ca. 413 € | ca. 7,9 Jahre |
0,30 € | 495 € | ca. 6,6 Jahre |
Zusatzerlös durch Netzeinspeisung
Die 3.850 kWh Überschussstrom werden zum jeweils gültigen Marktpreis verkauft. Als Faustformel gilt: Jeder Cent Einspeiseerlös pro kWh bringt in diesem Beispiel rund 38,50 € pro Jahr ein. Der Verkauf des Überschusses verkürzt die Amortisationszeit daher zusätzlich.
Der finanzielle Ertrag über 25 Jahre
Im Szenario von 0,25 € pro kWh, rein auf Basis der Ersparnis ohne Überschusseinspeisung:
Kumulierte Ersparnis: 413 € × 25 Jahre ≈ 10.300 €;
Nettoinvestition: ca. 3.258 €;
Austausch des Wechselrichters: ca. 1.800 € (Richtwert);
Geschätzter Nettogewinn: ca. 5.200 €, zuzüglich der Vergütung für den Überschuss und dem Schutz vor künftigen Strompreiserhöhungen.
Diese Modellrechnung berücksichtigt noch keine leichte Leistungsdegradation der Solarmodule und keine Strompreissteigerungen. Sie dient der Veranschaulichung der Methode und stellt keine Garantie dar.
Variante: Dieselbe Anlage mit Batteriespeicher und Energiemanagementsystem
Ergänzen wir das Setup um einen 5-kWh-Stromspeicher und ein intelligentes Energiemanagementsystem, das zwei Geräte ansteuert. Dadurch steigen die Fördermittel:
Förderung | Betrag |
|---|---|
Klimabonus PV (6 kWp) | ca. 5.742 € |
5-kWh-Batteriespeicher | ca. 1.806 € |
Energiemanagementsystem (Rechnungen ab 01.10.2026) | 500 € |
Förderungen gesamt | ca. 8.048 € |
Zwar steigen die Anschaffungskosten um den Preis für Speicher und Steuerung, im Gegenzug erhöht sich jedoch der Eigenverbrauchsanteil erheblich: Ein Teil der 3.850 kWh Überschuss wird nun in den Abendstunden verbraucht, statt ins Netz eingespeist zu werden.
Die Berechnung ist unkompliziert: Jede durch den Speicher verlagerte Kilowattstunde spart Ihnen die Differenz zwischen dem Netzstrompreis und der Einspeisevergütung. Wenn diese Differenz multipliziert mit der jährlichen Speichermenge die Nettokosten der Batterie vor Ablauf ihrer Lebensdauer deckt, verbessert der Stromspeicher die Gesamtwirtschaftlichkeit.
Variante: Mit Wärmepumpe oder Elektroauto
Ein Elektroauto benötigt pro Jahr rund 2.500 kWh Strom. Wenn Sie das Fahrzeug tagsüber laden, wird ein beträchtlicher Teil Ihres Überschusses direkt zu Eigenverbrauch.
In unserem Rechenbeispiel bedeutet eine Steigerung des Eigenverbrauchs von 30 % auf 50 %, dass 1.100 kWh zusätzlich vor Ort genutzt werden. Bei einem Strompreis von 0,25 € pro kWh entspricht dies einer zusätzlichen Ersparnis von rund 275 € pro Jahr, abzüglich des entgangenen Marktpreises für die Einspeisung. Die Amortisationszeit verkürzt sich entsprechend.
Aus diesem Grund empfehlen wir, die Anlage nicht nur auf den aktuellen Bedarf, sondern auch mit Blick auf künftige Vorhaben der nächsten Jahre zu dimensionieren.

Wie lässt sich die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage optimieren?
Die Rentabilität wird maßgeblich durch den Eigenverbrauchsanteil bestimmt. Hier sind die wirksamsten Hebel:
Verbrauch in die Sonnenstunden verlegen
Nutzen Sie Zeitschaltuhren für Waschmaschine, Geschirrspüler und Warmwasserbereitung während der Mittags- und Sonnenstunden. Das kostet nichts und bringt sofortige Ersparnisse.
Einen Stromspeicher nachrüsten
Ein Batteriespeicher speichert den tagsüber produzierten Strom für den Abend und die Nacht. Er wird durch den Klimabonus mit bis zu 2.250 € (ab 9 kWh Kapazität) bezuschusst. Weitere Details finden Sie in unserem Ratgeber zu Batteriespeichern in Luxemburg: Kosten, Förderungen und Rentabilität.
Ein Energiemanagementsystem installieren
Ein intelligentes Heim-Energiemanagementsystem (HEMS), das mindestens zwei Großverbraucher ansteuert, wird bei Rechnungsstellung ab dem 1. Oktober 2026 mit 500 € bezuschusst. Es schaltet Geräte automatisch ein, sobald Ihre Solaranlage ausreichend Strom erzeugt.
Mit Wärmepumpe oder Ladestation koppeln
Wärmepumpen und Elektroautos verbrauchen viel Strom. Werden diese direkt über die eigene Solaranlage versorgt, steigt der Eigenverbrauchsanteil markant an.
Passgenaue Dimensionierung
Eine überdimensionierte Anlage erzeugt erhebliche Überschüsse, die lediglich zum Marktpreis vergütet werden. Eine Anlage, die präzise auf Ihren aktuellen und künftigen Verbrauch abgestimmt ist, bietet den höchsten Ertrag pro investiertem Euro.
Eigenverbrauch oder Einspeisetarif: Welcher Unterschied ergibt sich für die Rentabilität?
Beim garantierten Einspeisetarif verkaufen Sie Ihren gesamten erzeugten Strom zu einem festen Preis. Die Berechnung der jährlichen Einnahmen lautet schlicht: Eingespeiste Menge × garantierter Einspeisetarif. Allerdings entfällt in diesem Modell der Anspruch auf den Klimabonus-Zuschuss, wodurch die Anfangsinvestition erheblich höher ausfällt.
Beim Modell Eigenverbrauch mit Klimabonus ist die Nettoinvestition gering, der finanzielle Ertrag hängt jedoch von Ihrem Nutzerverhalten ab. Beide Fördermodelle schließen einander aus.
Die garantierten Einspeisetarife
Übersicht der Tarife gemäß Veröffentlichung der Klima-Agence, gestaffelt nach dem Inbetriebnahmejahr:
Inbetriebnahme | Bis 10 kWp | Von 10 bis 30 kWp |
|---|---|---|
2025 | 0,1374 €/kWh | 0,1291 €/kWh |
2026 | 0,1333 €/kWh | 0,1252 €/kWh |
2027 | 0,1293 €/kWh | 0,1215 €/kWh |
Vergleich anhand unserer Fallstudie
Betrachten wir erneut unsere 6-kWp-Anlage mit einer Jahresproduktion von ca. 5.500 kWh bei Inbetriebnahme im Jahr 2026:
Einspeisetarif: 5.500 × 0,1333 ≈ 733 € pro Jahr bei einer Investition von 9.000 € ohne Klimabonus; dies ergibt eine Amortisationszeit von rund 12,3 Jahren.
Eigenverbrauch: 5.742 € Direktzuschuss, Nettoinvestition von nur ca. 3.258 €, dazu die Ersparnis aus 1.650 kWh Eigenverbrauch und der zusätzliche Erlös für 3.850 kWh Überschusseinspeisung zum Marktpreis (hier nicht eingerechnet).
Um den Klimabonus auszugleichen, müssten 5.742 ÷ 0,1333 ≈ 43.076 kWh eingespeist werden – das entspricht fast 8 vollen Produktionsjahren.
Der garantierte Einspeisetarif bringt pro Jahr zwar auf den ersten Blick mehr Barertrag als die reine Ersparnis durch Eigenverbrauch. Er benötigt jedoch viele Jahre, um die entgangene Fördersumme aufzuholen:
Bezugsstrompreis (Szenario) | Jährliche Ersparnis bei Eigenverbrauch | Jährlicher Mehrerlös Einspeisetarif | Jahre zum Ausgleich der 5.742 € Förderung |
|---|---|---|---|
0,20 € | 330 € | ca. 403 € | ca. 14 Jahre |
0,25 € | ca. 413 € | ca. 320 € | ca. 18 Jahre |
0,30 € | 495 € | ca. 238 € | ca. 24 Jahre |
Diese Tabelle berücksichtigt den Verkauf des Überschusses beim Eigenverbrauchsmodell noch nicht: Jeder erzielte Cent pro kWh Überschuss reduziert den Vorteil des Einspeisetarifs um weitere 38,50 € pro Jahr. Beachten Sie auch die begrenzte Garantiedauer des Tarifs: Danach wird die eingespeiste Kilowattstunde nicht mehr zu diesem Festpreis vergütet. Für Privathaushalte, die einen Teil ihres Stroms selbst nutzen, ist der Eigenverbrauch in Kombination mit dem Klimabonus daher in der Regel die rentablere Wahl.
Unser Ratgeber Eigenverbrauch oder Einspeisetarif: Was lohnt sich in Luxemburg? beschreibt die Methodik im Detail, ergänzt um ein Rechenbeispiel für eine 10-kWp-Anlage.
Welche Fehler sollten bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung vermieden werden?
Zukünftige Ausgaben vernachlässigen: Ein Wechselrichtertausch nach 10 bis 15 Jahren beeinflusst das Gesamtergebnis.
Ertrag überschätzen: Rechnen Sie mit dem tatsächlichen Ertragspotenzial Ihres Dachs statt mit theoretischen Bestwerten.
Eigenverbrauchsquote zu hoch ansetzen: Ohne Batteriespeicher oder automatisierte Verbrauchssteuerung fließt bei Abwesenheit tagsüber der Großteil des Stroms ins Netz.
Förderungen doppelt ansetzen: Der Klimabonus-Investitionszuschuss und der garantierte Einspeisetarif können nicht miteinander kombiniert werden.
Zeithorizont zu kurz wählen: Betrachten Sie immer den Gesamtertrag über 25 Jahre und nicht ausschließlich die Amortisationsdauer.
Einen umfassenden Überblick über Technik, Fördermittel und administrative Abläufe finden Sie in unserem ausführlichen Leitfaden für Photovoltaikanlagen in Luxemburg.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Nach wie vielen Jahren amortisiert sich eine Solaranlage in Luxemburg?
In unserer Fallstudie für eine 6-kWp-Anlage mit Klimabonus liegt die Amortisationszeit je nach Strompreis zwischen 7 und 10 Jahren. Sie verkürzt sich weiter bei einem hohen Eigenverbrauchsanteil oder attraktiven Marktpreisen für den Überschussstrom. Eine individuelle Berechnung für Ihr Gebäude bleibt unverzichtbar.
Ist die Rentabilität mit einem Batteriespeicher höher?
Ein Stromspeicher erhöht den Eigenverbrauchsanteil, steigert jedoch auch die anfänglichen Anschaffungskosten. Er rechnet sich, wenn der finanzielle Vorteil des zusätzlich selbst genutzten Stroms höher ist als die Nettokosten der Batterie nach Abzug der Förderung. Der Klimabonus für Batteriespeicher beträgt bis zu 2.250 € (ab 9 kWh Speicherkapazität).
Erzeugen Photovoltaikanlagen im Winter ausreichend Strom?
Im Winter und an trüben Tagen fällt der Ertrag geringer aus, die Stromproduktion stoppt jedoch nicht. Da die Wirtschaftlichkeitsrechnung auf das gesamte Kalenderjahr ausgelegt ist, gleichen die ertragsstarken Sommermonate die Wintermonate problemlos aus.
Welche Leistung sollte man für eine optimale Wirtschaftlichkeit wählen?
Wählen Sie eine Dimensionierung, die zu Ihrem Jahresstromverbrauch passt, und beziehen Sie zukünftige Verbraucher wie eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto mit ein. Für einen Haushalt mit einem Verbrauch von 3.500 kWh pro Jahr ist eine Anlage um 6 kWp ein hervorragender Richtwert.
Muss der Klimabonus vor der Berechnung der Amortisationszeit abgezogen werden?
Ja. Die Amortisationszeit bezieht sich immer auf die Nettoinvestition, also den Bruttopreis (inkl. 3 % MwSt.) abzüglich der Fördermittel. Dank der Vorfinanzierung wird der Zuschuss von einem registrierten Fachbetrieb direkt auf der Rechnung abgezogen; ab dem 1. Januar 2027 ist dieses Verfahren standardmäßig im Klimabonus verankert.
Ist der garantierte Einspeisetarif lukrativer als der Klimabonus?
Für ein Einfamilienhaus in der Regel nicht. Im Jahr 2026 bringt die Volleinspeisung einer 6-kWp-Anlage bei 0,1333 €/kWh etwa 733 € pro Jahr ein – man verzichtet dabei jedoch auf die staatliche Förderung von rund 5.742 €. In unserer Fallstudie dauert es je nach Strombezugspreis 14 bis 24 Jahre, um allein diese entgangene Fördersumme wettzumachen – den Verkauf des Überschusses beim Eigenverbrauch noch gar nicht eingerechnet.
Lesen Sie auch: Vorfinanzierung von Photovoltaik in Luxemburg, Berechnung der Photovoltaik-Prämie in Luxemburg.
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